Mathe pauken mit Stöpselkarten

 
Unter den Montessori Materialien wird eine Auswahl von Stöpselkarten angeboten, die in Setzleisten aus Massivholz eingesteckt werden. Kinder, die angesichts von Matheaufgaben im Heft bereits die „innere Kündigung“ einreichen, greifen gern zu den bunten Stöpseln, um das Kleine Einmaleins zu üben. Das können sie auch allein, denn wenn die richtige der vorgeschlagenen Lösungen ausgewählt und mit farbigen Kunststoff Stöpseln markiert wird, lässt sich auf der Rückseite der Karten die entsprechende Farbe finden. Da die Kinder mehrere Lösungsvorschläge abgleichen, trainieren sie dabei gleich das Umgehen mit den Zahlen. Diese Möglichkeit der Lernkontrolle weckt Ehrgeiz, denn Kinder werden von ihrem Wissensdurst zum Lernen motiviert, nicht durch die Aussicht auf Lob oder Sanktion. Dieser Punkt war der Reformpädagogin Maria Montessori besonders wichtig, selbst bei als schwachsinnig diagnostizierten Kindern konnte sie beobachten, dass die jungen Patienten stets Mittel und Wege fanden, sich Lernerfolge zu verschaffen und höchst effektiv das zu nutzen, was ihre Umwelt hergab - und sei es das Ordnen von Brotkrumen neben dem Teller. Montessori schloss daraus, dass eine einladende, bewusst gestaltete Lernumgebung mit ausgesuchten Materialien – in der Montessori Pädagogik wird immer wieder auf den Aufforderungscharakter hingewiesen – Kinder erst recht in die Lage versetzt, sich Kenntnisse anzueignen. Eine weitere Beobachtung Montessoris war, dass Kind gern durch ihr Tun lernen. Der Umgang mit den Stöpselkarten in der Setzleiste hat spielerischen Charakter; die Karten können je nach Anforderung ausgetauscht oder Blankokarten individuell erstellt werden. So macht Mathe pauken richtig Spaß und das auch in der Gruppe oder im Familienkreis.
 
 

„D“ oder „t“? Laute unterscheiden lernen mit den Stöpselkarten

 
Die auditive Wahrnehmung – wozu die Fähigkeit gehört, Laute zu unterscheiden und zuzuordnen - ist die Voraussetzung für das Erlernen des Schreibens und Lesens der Muttersprache und später von Fremdsprachen. Warum dies für viele Kinder nicht immer problemlos möglich ist, kann vielerlei Ursachen haben. Zum einen wird ihnen nicht immer deutlich vorgesprochen oder vorgelesen, in der Umgangssprache werden viele Laute regelrecht „verschluckt“ und Kinder stoßen erst im Deutsch Unterricht auf den Ausdruck eines Wortes und lernen, Worte phonologisch bewusst wahrzunehmen. Das kann auch für Dialekt sprechende Kinder gelten, vor allem aber für Kinder, die nicht in ihrer Muttersprache Schreiben und Lesen lernen. Im Kindergartenalter beginnen Kinder, spielerisch bewusst Silben in die Länge zu ziehen oder zu betonen, sie denken sich sinnfreie Reime aus, nur um den Klang der Laute auszukosten oder bei der Aussprache auch die Stimme zu variieren. Selbst wenn Entwicklungsverzögerungen vorliegen, und durch logopädische Therapien etwa motorische Fähigkeiten zur Lautbildung gefördert werden müssen: Unabdingbar ist das Trainieren der Lautwahrnehmung. Das Kind steht vor der Frage: Welche Laute benötige ich um ein bestimmtes Wort zu sprechen und zu schreiben?  Merkfähigkeit kann ein Schlüssel dazu sein und erleichtert diesen Lernprozess. Stöpselkarten zur Schulung der Lautwahrnehmung bieten beispielsweise verschiedene Konsonanten an, um einen Begriff zu vervollständigen. Die gewählte Lösung wird mit einem bunten Stöpsel markiert, so können Kinder selbst überprüfen ob ihre Wahl richtig ist: Wird „_ogel“ durch „V“ oder „F“ ergänzt? Heißt es „Bahn“ oder „Bahm“? Um gezielt zu üben, können eigene Stöpselkarten gefertigt werden aus Blankokarten.  Aus dieser spielerischen Art des Übens kann auch ein Ratespiel gemacht werden.  
 
 

Mit Blanko Stöpselkarten Fremdsprachen lernen

 
Kinder erlernen Sprachen nicht im herkömmlichen Sinne, wenn damit Grammatik und Vokabel pauken gemeint sind - sie absorbieren Sprachen, wie die Ärztin Maria Montessori feststellte. Daher ist es sinnvoll, spielerisch den Wortschatz zu erweitern und die Sprache in Wort und Schrift zu festigen. Stöpselkarten sind dazu ein gutes Hilfsmittel. Auf der Massivholz Setzleite mit Rillen, werden die Karten aufgestellt. Die Schüler können nun eine der vorgeschlagenen Lösungen auswählen und sie mit farbigen Stöpseln markieren. Auf der Rückseite der Stöpselkarten sind die Lösungen zu finden in den entsprechenden Farben. Um sich die Schreibweise zu merken, können mehrere Begriffe aufgeführt werden in denen Vokale oder Konsonanten fehlen, die an der Seite farbig markiert zu sehen sind. Sobald Kinder lesen können, lernen sie durch die Möglichkeit der Fehlerkontrolle auch eigenständig mit den Stöpselkarten. Noch mehr Spaß macht das Üben wenn es in der Gruppe als Quiz aufgezogen wird. Richtig knifflig wird es, wenn mehreren Bildern zwei oder drei Konsonanten oder Vokalen zugeordnet werden müssen die einander sehr ähnlich klingen. Beispielsweise beim Englisch lernen – um auf die richtige Lösung zu kommen, werden die Kinder die Begriffe immer wieder laut sprechen, auf ihre Aussprache lauschen, sich gegenseitig helfen um sich schließlich gemeinschaftlich für eine Lösung zu entscheiden. Eine weitere Spielart dieses Lernvergnügens ist es, mehrere Begriffe passend zu einem Bild aufzulisten von denen nur einige dazu passen. So werden beispielsweise zum Bild eines Bauernhofes mehrere Tiere gezeigt, von denen nur einige Arten auf den Bauernhof gehören. An diesem Quiz können sich auch die Jüngsten beteiligen und lernen ganz nebenbei eine neue Sprache.